KONFERENZ: Prekäre Beschäftigung und GewerkschaftenKonferenz zu aktuellen Entwicklungen am ArbeitsmarktVon einer Arbeit gut leben können… Mit einer Arbeit länger planen können… Zu fairen Konditionen arbeiten… Alles scheinbar normale Vorstellungen von Arbeitnehmer/innen – aber nur scheinbar. Deregulierte, prekäre und schlicht unfaire Beschäftigungsverhältnisse kommen immer häufiger vor. Einige Beispiele: Arbeitnehmer/innen stehen zunehmend unter Druck. Sie begeben sich in schlecht bezahlte Leiharbeit, welche immer häufiger feste Anstellung verdrängt. Auszubildende werden oft als billige Arbeitskräfte und nicht als Lernende begriffen. Nach ihrer Ausbildung werden sie immer seltener in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Akademiker/innen leisten nach ihrem Abschluss oft unbezahlte Praktika oder arbeiten trotz Teilzeitbeschäftigung Vollzeit – Bezahlung nach Tarif ist häufig nicht inbegriffen. Kurz um: Soziale Sicherheit wird immer seltener, der Druck auf einzelne Menschen, nicht unter die Räder zu kommen, wächst. All das sind gute Vorraussetzungen für diejenigen, die von deregulierter und prekärer Beschäftigung profitieren. Solch sozial unsichere Beschäftigung nutzt den Universitäten, die trotz knapper Mittel genug Absolventinnen und Absolventen für so gut wie kein Geld finden, um den Lehrbetrieb aufrecht zu halten. Sie nutzt den Zeitarbeitsfirmen, welche nur deswegen ein Geschäft machen können, weil Menschen verzweifelt nach Arbeit suchen. Sie nutzt denjenigen, die Tarifverträge und Arbeitsschutz schon immer als Profitbremse gesehen haben. Schließlich nutzt sie auch denjenigen, welche Migranten und Migrantinnen ohne Arbeitserlaubnis ausbeuten, da diesen jedweder arbeitsrechtliche Schutz vorenthalten wird. Diese Situation gilt es mit Fakten zu untermauern, um sie sachlich analysieren zu können. Einleitend soll dies im Rahmen der Konferenz in zwei übergreifenden Vorträgen geschehen. Prof. Dr. Klaus Dörre, Friedrich-Schiller-Universität Jena, wird zu prekärer Beschäftigung in Deutschland sprechen. Dr. Antje Weyh, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Sachsen, wird die vorausgegangenen bundesdeutschen Entwicklungen auf die sächsische Ebene beziehen. In ihrem Vortrag „Atypische Beschäftigung in Sachsen“ werden aktuelle Entwicklungen im Land beschrieben. Iris Kloppich (Vorsitzende, DGB Bezirk Sachsen) wird das zuvor gehörte schließlich politisch einordnen. Dazu wird sie in einem Gespräch/Interview gewerkschaftliche Positionen erläutern. Auf dieser Basis widmen wir uns einigen Schwerpunktthemen der prekären Beschäftigung in drei Foren etwas genauer.
Datum: 28.10.2010 Uhrzeit: 10:00 bis 17:30 Ort: Dresden Adresse: Kulturrathaus, Königstraße 15, 01097 Dresden Veranstalter: ARBEIT UND LEBEN Sachsen in Kooperation mit der DGB Jugend Bezirk Sachsen, der Friedrich Ebert Stiftung und dem Netzwerk Canaletto Ansprechpartner/Anmeldungen: Ulrike Stansch EMail:
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Telefon: 0351 4265820 für nähere Infos-> |